Mit dem ABC durch die Gemeinde Wandlitz

Gemeinde Wandlitz
2016

Für die Gemeinde Wandlitz, im Speckgürtel Berlins, illustrierte ich ein Alphabet für Kinder und Schulanfänger. Es gibt viel zu sehen und zu entdecken: Alle neun Ortschaften, die zur Gemeinde Wandlitz eingemeindet wurden, sind durch einen Buchstaben vertreten. So steht A wie Angerdorf für Stolzenhagen, G wie Golfen für Prenden, I wie (Holz) Industrie für Klosterfelde, F wie Friedrich II. für Schönwalde, H wie Heidekrautbahn für Basdorf, S wie Schloss Lanke für Lanke. Wandlitz selbst ist mehrfach vertreten: W wie Wandlitzsee, B wie Barnim Panorama, R wie Rathaus und K wie Kulturbühne Goldener Löwe.
Viele Buchstaben sind visuell miteinander verbunden. So sitz die Braut bei S und soll aber eigentlich zum R, der Bräutigam wartet schon und lockt sie dahin. In jedem einzelnen illustrieren Buchstaben steckt eine kleine Geschichte. Die Heidekrautbahn fährt sowohl als Dampflok als auch moderne Bahn durch die Buchstaben. Z wie »Zusammen sind wir Wandlitz!« fasst die Botschaft am Ende des Plakates noch einmal zusammen.

Pressestimmen

MOZ, 2016: Ein Plakat für Wandlitz Liebhaber »Es kann ein hübsches Geschenk für den Schulanfang werden, die Tapete im Kinderzimmer schmücken oder Kita-Kinder einladen, ihre Heimat bewusst zu entdecken. Die Gemeinde Wandlitz verfügt neuerdings über ein ABC-Plakat der Berliner Künstlerin Ulrike Jensen.

Illustrierte Alphabete nennt die feinsinnige Künstlerin ihre witzige Werkreihe, die 2013 mit einem Berlin-ABC ihren Auftakt erfuhr. Dabei erzählt die Künstlerin mit jedem Buchstaben kleine Geschichten, mit feiner Feder und lustig aufgezeichnet. Das Berliner Original stellte sie 2013 in einer Galerie aus, mittlerweile bieten auch Buchhändler in Kreuzberg, Neukölln und Mitte die Plakate zum Verkauf an. „Ich habe das Plakat in einer Ausstellung entdeckt und fand die Idee so gelungen, dass ich bei der Künstlerin eine Wandlitzer Auflage angeregt habe“, resümierte die Wandlitzer Bürgermeisterin Jana Radant am Mittwoch angesichts der öffentlichen Präsentation des Kunstwerkes den Beginn der Kooperation.

Mehrere Grundschulklassen und auch Montessori-Schüler machten sich seitdem Gedanken, welche Geschichten, Gebäude, Ausflugsziele oder sonstige Besonderheiten sie mit Wandlitz in Verbindung bringen. Besonders viele Vorschläge gab es zum Buchstaben „S“, denn die Namen der Ortsteile Schönerlinde, Schönwalde und Stolzenhagen liegen quasi auf der Hand. Tatsächlich fiel dann die Wahl auf (S)chloss Lanke. Ulrike Jensen zeichnete dazu die Außenansicht des Schlosses, zeigte eine lockende Braut, einen Hochzeitsleuchter und einen Gatten, der möglicherweise das Kästchen mit den Ringen in der Hand hält. Die (H)eidekrautbahn kommt auf dem Plakat vor, die (K)ulturbühne „Goldener Löwe“ wurde nicht vergessen und beim Buchstaben „Q“ fiel die Wahl auf „Quelle des Tegeler Fließ“. Das war selbst für die Wandlitzer Pressesprecherin Elisabeth Schulte-Kuhnt neu. „Die wenigsten Wandlitzer werden wissen, dass sich die Quelle des Fließes in Basdorf befindet. Da habe ich etwas gelernt“, räumte sie am Mittwoch ein.

Ein Kunstgriff lässt die Geschichte Klosterfeldes als Standort der Holzindustrie aufleben. „I“ wie (Holz)Industrie entdeckt der interessierte Beobachter auf dem Plakat, dazu ein Werkgebäude der Firma Louis Bergemann und Söhne. Die Firma legte den Grundstein für den früheren Ruf des Ortes als Zentrum der Küchenproduktion. Bis zu 500 Mitarbeiter wurden zeitweise beschäftigt.

Selbst für die Macher des Plakates entstand so „fast unverhofft ein Rate- und Entdeckerplakat“, wie Jana Klepp einräumt. Überhaupt legten die Beteiligten viel Wert darauf, die schönsten Seiten der Gemeinde in Szene zu setzen. Da wären viel (W)asser, Wiesen und Wald, Id(y)lle, der (W)andlitzsee, (C)amping, das (B)arnim-Panorama oder (J)anz viel Ruhe. […]«