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Diplomarbeit 2007, Buch,
170 Seiten, dokumentarischer Teil und Illustrationsteil;
Faltflyer nach dem Himmel oder Hölle Prinzip
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Aus der Faszination zu chinesischen Schriftzeichen heraus, die das Stadtbild Beijings prägen, begann ich während meines 7-monatigen Arbeitsaufenthaltes 2006 verschiedenste Formen von Schriftzeichen zu fotografieren. Dabei konzentrierte ich mich auf vier Quartiere, in denen der Umbruch der Stadt besonders deutlich wurde: die Hutongs der Altstadt, der Central Business District, die Olympia-Baustelle und die Kunst-Fabrik 798. Ich erkundete die Stadt über die Schriftzeichen, die meine Wahrnehmung der Metropole vertieften.
Die Schriftzeichen erzählen kleine Geschichten vom Alltag der Menschen, von politischen und wirtschaftlichen Umständen und damit auch vom Umbruch der Metropole. Propagandaslogans auf roten Stoffbannern, Graffiti in 798, urbane Annoncen in Form von Aufklebern, überdimensionierte Zeichen mit Farbe an graue Mauern gepinselt – diese gefundenen Texte sind im dokumentarischen Teil des Buches »Beijing – eine Stadt im Umbruch« festgehalten.
Zwei Schriftzeichen stehen dabei als Symbol für den Umbruch der Stadt: chai 拆 [abreissen] und jian 建 [aufbauen] und für die Gegensätze in denen die Stadt lebt. Tradition und Moderne, Zerstörung und Erschaffung, Vergangenheit und Zukunft, Poesie und Lautstärke, kleine Räume und Megawelten – die Paradoxien, die in Beijing nebeneinander existieren.
Die Inhalte der beiden Schriftzeichen bilden den Ausgangspunkt für den illustrierten Teil des Buches, in dem ich meinen persönlichen Kommentar visualisiere. Einerseits wird der Abriss eines Hofhauses und die damit einhergehende Vertreibung seiner Bewohner thematisiert (»Es ist kein Krieg. Es ist keine Revolution. Es ist der Bau« von Kai Strittmatter) und andererseits der Aufbau des neuen Beijing (»Verrückt, aber wahr: In Beijing treffen Maoismus und Fordismus aufeinener« von Ulf Meyer), dessen Tempo nicht mehr nachvollziehbar ist.
Beide Teile sind in einem Buch zusammengefasst, welches gestalterische Elemente der traditionellen chinesischen Buchgestaltung aufgreift. So taucht der Leser von der einen Seite in den Illustrationsteil ein und von der anderen Seite in den dokumentarischen Teil des Buches.
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